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Donnerstag 01. Juli 2010

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Sonntag 13. Juni 2010

Krankenkassenprämien steigen 2011 um 7 bis 10 Prozent

Bei den Krankenkassenprämien kehrt auch 2011 kaum Ruhe ein.

Der Verband der Krankenversicherer...

Sonntag 16. Mai 2010

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Sonntag, 13. Juni 2010

Krankenkassenprämien steigen 2011 um 7 bis 10 Prozent

 

Bei den Krankenkassenprämien kehrt auch 2011 kaum Ruhe ein.

Der Verband der Krankenversicherer rechnet mit schweizweit durchschnittlichen Aufschlägen von 7 bis gar 10 Prozent, wenn nicht weitere Sparmassnahmen beschlossen werden.

 

Vor knapp einem Jahr schockierten Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und des Branchenverbandes der Krankenversicherungen Santésuisse, weil sie für 2010 mit Steigerungen bei den Krankenkassenprämien von 15 oder gar 20 Prozent rechneten. Ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Im Durchschnitt stiegen die Prämien für alle Versicherten zusammen um happige 9,9 Prozent. Je nach Kasse, gewählter Franchise und Region betrug der Aufschlag allerdings auch deutlich mehr.

 

Ähnliches Ungemach droht

Nachdem die Versicherten diese massiven Aufschläge nun einigermassen in ihre Haushaltsbudgets für 2010 integriert haben, können sie jedoch nicht damit rechnen, dass nächstes Jahr Ruhe einkehren wird. Im Gegenteil, es blüht noch einmal ähnliches Ungemach. Der Sprecher von Santésuisse, Felix Schneuwly, rechnet vor, dass 2011 eine weitere Erhöhung der Prämien um durchschnittlich 7 Prozent erforderlich sein dürfte. Diese 7 Prozent setzen sich zusammen aus 3 Prozent Nachholbedarf von 2010 und dem Kostenwachstum von voraussichtlich 4 Prozent 2011.

 

Nicht eingerechnet ist ein Wiederaufbau der Reserven. Diese dürften heute bei rund 9 Prozent liegen, müssten aber gemäss gesetzlicher Vorgabe im Durchschnitt 11,5 Prozent betragen. Wollte man auch die Reserven mit dem Gesetz in Einklang bringen und ohne Anordnung weiterer Sparmassnahmen wären laut Schneuwly Prämienerhöhungen von um die 10 Prozent erforderlich. Doch mit einer solchen Reserven-Politik des BAG rechnet man selbst bei den Krankenversicherern zurzeit nicht.

 

Reserven ausgeschöpft

Dabei ist es ziemlich ungesund, dauernd auf Kosten der Reserven zu leben. Ende 2008 – damals waren die Prämien lediglich um 0,5 Prozent angehoben worden – betrug der wegen der zu niedrigen Prämien angewachsene Nachholbedarf gegen 800 Millionen Franken. Nach Prämienerhöhungen von lediglich 2,6 Prozent für das folgende Jahr belief sich der Nachholbedarf Ende 2009 gar auf 1,4 Milliarden Franken. Die Defizite wurden jeweils durch die Reserven aufgefangen. Für Ende 2010 rechnet Santésuisse trotz den happigen Prämienaufschlägen von fast 10 Prozent mit einem erneuten Nachholbedarf von 800 Millionen Franken. Wenn dieses Defizit wieder aus den Reserven gedeckt würde, sänken diese weiter und lägen bald deutlich unter 9 Prozent. – In den derzeitigen Berechnungen von Santésuisse noch nicht berücksichtigt sind die auf den 1. April 2010 vorgenommenen Senkungen bei den Medikamentenpreisen, da die Auswirkungen noch nicht auszumachen sind. Hingegen steht bereits fest, dass die Sparziele durch die Senkung der Labortarife nicht erreicht werden. Die Tarifsenkung wird, wie Schneuwly vermutet, kompensiert. Zum Beispiel lagern die Spitäler ihre Labors aus, um von höheren Taxen zu profitieren. Einsparungen könnte der Bund, wie der Santésuisse-Sprecher unterstreicht, hingegen bei den Mitteln und Gegenständen, durch eine Förderung der Generika und durch gleiche Tarife für ambulante Behandlungen im Spital und in der Arztpraxis erzielen.

 

Die Kassen Provita (62 000 Versicherte) und Sanatop (4500) haben dieser Tage ihren Versicherten mitgeteilt, dass sie ihre Prämien auf den 1. Juli erhöhen müssen. Provita sicherte gleichzeitig zu, dass für 2011 keine weiteren Erhöhungen beantragt würden. Die Erhöhung von schweizweit 9,3 Prozent erfolge, da die Verluste von 2009 die Reserven deutlich unter den gesetzlichen Wert hätten sinken lassen. Laut Daniel Dauwalder vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) haben seit 2002 8 Kassen eine solche Massnahme angeordnet. Im Oktober kündigte das BAG an, die Kostenentwicklung von 18 Kassen im laufenden Jahr besonders gut zu beobachten, da ihre Reservequoten sich ungenügend entwickeln könnten. Vizedirektor Indra verwies damals auf die Möglichkeit von Prämienerhöhungen im laufenden Jahr. Ob die beiden Kassen Provita und Sanatop zu den beobachteten Versicherungen zählen, ist nicht bekannt. (Claudia Schoch, NZZ)